13. September 2012 | Inside | 2 Kommentare

Yoga für Yellos: Wohltuendes Wechselspiel von Anspannung und Entspannung.

„Stell dir vor, du atmest Licht, Kraft und Energie ein. Beim Ausatmen verströme die Energie überall in deinem Körper…“ Mit geschlossenen Augen liege ich entspannt auf der Matte und gebe mich der sanften Stimme von Eva Ragnitz hin. Sie bietet seit Mai 2011 Unterricht im Hatha-Yoga für ihre Yello-Kollegen an. Einmal in der Woche treffen sich die Kollegen nach Feierabend in einem Raum, der sonst für Besprechungen genutzt wird. Eva, die im Bereich E-Commerce arbeitet, räumt zuvor Tische und Stühle beiseite, schiebt die Musikanlage in den Raum und stellt einen Buddha und ihre Klangschale auf.

„Die Kollegen kommen teils direkt aus einem Meeting heraus hierhin. Mit ihren Gedanken sind sie noch ganz woanders. Das ist für mich dann eine besondere Herausforderung. Mit einer kurzen Anfangsentspannung möchte ich jeden dazu bekommen, ganz loszulassen“, sagt die ausgebildete Yogalehrerin.

Bei mir gelingt ihr das auf Anhieb: Bereits nach kurzer Zeit fühle ich mich leicht und nehme den Raum nicht mehr als eine Arbeitsstätte wahr. Gerne lausche ich den Klängen der meditativen Musik.

Jede Woche kommen zwischen zehn und 13 Kollegen, um unter Evas Anleitung eine Stunde lang Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Das ist das tiefere Ziel von Yoga. Die Rheinländerin betont: „Yoga ist mehr als Sport. Es ist mehr ein Workin als ein Workout. Der Blick ist nach innen gerichtet. Es ist kein Wettkampf und es geht eben nicht darum, wer welche Yogastellung am besten oder am längsten ausführen kann.“

Besonders freut es Eva, wenn die Yello erzählen, dass sie auch im Urlaub Yoga gemacht haben oder die Asanas – so heißen die Stellungen – selbst ausprobiert haben.

Der Sonnengruß – langsame, konzentrierte Bewegungen.

Nach der Anfangsentspannung fühle ich mich gut. Um den Körper aufzuwärmen folgt jetzt der sogenannte Sonnengruß, eine Folge von zwölf Asanas. “Kobra” heißt eine dieser Stellungen: Es sind langsame, konzentrierte Bewegungen, die mit einer bewussten Atmung synchronisiert sein sollen. Ich habe bereits hunderte von Muskeln gedehnt und gelockert, ohne dass ich es bewusst bemerkt habe.

Bei den nachfolgenden Übungen merkt der Körper deutlich das wohltuende Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung – der Geist nimmt es wohlwollend zur Kenntnis.

Zwischendurch geht Eva von Teilnehmer zu Teilnehmer, korrigiert falsche Körperhaltungen oder gibt Tipps wie bestimmte Übungen noch wirksamer ausgeführt werden können. Dabei gilt: Jeder hält die Körperspannung nur so lange, wie es ihm gut tut.

Um die nun folgende Endentspannung genießen zu können, ziehen sich manche eine Jacke über. Klar, wer nach den teils anstrengenden Übungen, jetzt für rund 15 Minuten still auf der Matte liegt, kühlt leicht aus.

Anfangs bin ich noch skeptisch, ob mir es gelingt, nach Ansage von Eva jeden einzelnen Körperteil zu entspannen. Ich merke aber, dass ihre Worte nicht nur Geräuschkulisse sind, sondern Platz in meinen Gedanken nehmen: Von Fuß bis Kopf entspannt sich mein Körper.

Eva nutzt die Klangschale, um uns sanft aus der Tiefenentspannung zu holen. „Es ist auch schon mal vorgekommen, dass jemand eingeschlafen ist“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Nun setzen sich noch alle im Lotussitz mit geradem Rücken auf, legen ihre Handflächen gegeneinander und sagen „Om“ – das kürzeste Mantra, das es beim Yoga gibt. „Hierbei wird der eigene Körper als Klangresonanzkörper wahrgenommen. Man spürt noch einmal die Übungen nach, lässt alles noch einmal nachhallen“, sagt Eva.

Manchmal kommen Kollegen sogar mit Kopfschmerzen oder Verspannungen zu Eva und fragen sie um Rat. Dann stellt sie ein paar Übungen vor, die auch auf dem Bürostuhl oder vor dem Schreibtisch ausgeführt werden können.

Techniken gegen Nervosität oder Verspannungen.

Atemtechnik hilft bei Nervosität.

Wer nervös ist, weil er vielleicht eine wichtige Präsentation vorstellen muss, dem kann eine spezielle Atemtechnik helfen: Man sollte dabei ganz bewusst vollständig ein- und ausatmen. Bei jedem Ein- und Ausatmen kann man sich in Gedanken noch etwas Positives wie „Ich bin ganz entspannt“ oder „Mir geht es gut“ sagen. Um dies zu unterstützen, werden die Hände auf den Bauch gelegt: Beim Einatmen wölbt sich der Bauch, beim Ausatmen wird er wieder flach. Wer so konzentriert atmet, wird ruhiger, ist bei sich und besiegt die Nervosität.

Übungen gegen Verspannungen.

Bei Büromenschen treten die meisten Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich auf. Die folgenden drei Übungen können helfen. Wichtig ist nur: Die Bewegungen sollten mit einer bewussten Atmung synchronisiert sein.
Die Übungen können sitzend oder stehend ausgeführt werden:

  1. Übung: Der Rücken ist gerade. Die Schultern werden beim Einatmen hochgezogen und mindestens fünf Sekunden in dieser Position gehalten (dabei darf weitergeatmet werden). Dann werden die Schultern wieder mit dem Ausatmen locker gelassen. Diese Übung sollte dreimal wiederholt werden.
  2. Übung: Der Rücken ist gerade. Die Schultern werden mit dem Einatmen nach hinten unten gezogen. Dabei werden die Schulterblätter hinter dem Rücken zusammen gebracht. Diese Position hält man mindestens fünf Sekunden. Dreimal sollte diese Übung wiederholt werden.
  3. Übung: Der Rücken ist gerade. Der Kopf sinkt durch die Schwerkraft auf die rechte Seite, dabei wird ausgeatmet. Mindestens zehn Sekunden bleibt der Kopf in dieser Position. Dann geht er in die Ausgangsposition. Das Gleiche wird auf der anderen Seite wiederholt (Die Schulter bleibt dabei ganz entspannt und zieht nicht hoch.). Zum Schluss wird der Kopf Richtung Brustbein nach vorne gesenkt. Für zehn Sekunden verharrt man in dieser Haltung. Dann wird der Kopf wieder in die Ausgangsposition gebracht.

Hilfe bei Kopfschmerzen.

Wer Kopfschmerzen hat, kann auch die oben schon genannten Übungen gegen Verspannungen ausüben. Anschließend kann zur Linderung der Schmerzen noch eine Massage helfen: Mit den Fingerspitzen beider Hände werden mit kreisenden Bewegungen sanft die Schläfen, die Partien über den Ohren und die Augenhöhlen massiert.

Nach der wohltuenden Massage folgt dann noch diese kurze Übung: Einatmen und dabei mit gestreckten Armen die Hände über dem Kopf zusammenbringen. Jetzt die Handballen – so feste es geht – für etwa 30 Sekunden aneinander pressen. Danach die gespreizten Finger beider Hände zusammen führen und mit Kraft gegeneinander drücken. Auch dies 30 Sekunden lang. Selbst wenn diese Übung nicht spektakulär aussieht, sie ist anstrengend, aber dafür auch sehr wirksam: Der Schulter- und Nackenbereich sollte sich jetzt schön warm und gut durchblutet anfühlen. Die Energie kann jetzt wieder fließen.

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Reaktionen

  1. [...] auch Eva Ragnitz, die für ihre Kollegen Yoga anbietet, nutzt auch Sonja für die Pilatesstunde einen Raum, der sonst als Besprechungszimmer [...]

  2. [...] aus der genommenen Elternzeit. Obendrein sorgen Sonja und Eva hier bei uns im Haus mit Pilates und Yoga dafür, dass die Kollegen ihrer Gesundheit etwas Gutes tun und körperlich fit [...]