20. August 2012 | Service | Keine Kommentare

Gute-Laune-Sommerwetter: Steigt bei Sonnenschein wirklich die Stimmung?

Schon wenn sie morgens zart durch die Rollos blinzelt, bekommen selbst Langschläfer Lust aufzustehen: Scheint die Sonne, steigt bei vielen Menschen auch die Stimmung. Bei einer Blitzumfrage unter Freunden sind sich alle einig: Alle freuen sich über das derzeitige Sommerwetter, bewegen sich viel im Freien, genießen die langen Abende, laden ihre körpereigenen Akkus auf und jubeln, weil die Sonne mit voller Kraft ihre Solaranlagen auftankt. Mir fallen auf Anhieb mindestens fünf Gründe ein, warum ich bei schönem Sonnenwetter gute Laune habe:

  1. Ich kann den Morgen mit einem Frühstück auf der Terrasse beginnen.
  2. Meine Kinder freuen sich, weil sie im Pool schwimmen und plantschen können.
  3. Das Eis in der Tiefkühltruhe schreit geradezu danach, gegessen zu werden.
  4. Die Wäsche trocknet draußen wunderbar schnell – und hilft damit beim Stromsparen.
  5. Eine spontane Grillparty mit Freunden macht bei schönem Wetter einfach mehr Spaß.

Die Liste ließe sich sicher um viele Punkte ergänzen. Aber ist es wirklich so, dass mit der Außentemperatur auch das Stimmungsbarometer in die Höhe schnellt? Oder ist der Einfluss des Wetters auf die emotionale Befindlichkeit eher überschätzt?

In aller Munde – das Wetter.

Gerne wird mit der Kommentierung des jeweils aktuellen Wetters ein Smalltalk begonnen – schließlich kann sich jeder zu Regen, Schnee oder Sonnenschein äußern. Wettervorhersagen sind beliebte Apps. Ausdrücke im täglichen Sprachgebrauch wie “Was hat dir denn den Tag verhagelt?” oder “Du guckst ja wie Sieben-Tage-Regenwetter!”, verweisen auf einen Zusammenhang zwischen Wetter- und Stimmungslage.

Gleichwohl liegt es aber auch auf der Hand, dass sich Depressionen nicht atmosphärisch auflösen, weil der strahlende Fixstern gerade für sommerliche Temperaturen sorgt. Das Wetter kann Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden nehmen, ihm fällt aber nicht die allgemein gerne zugedachte Hauptrolle zu. Dies belegen zumindest jüngere Studien.

Studien belegen: Wetter beeinflusst Stimmung nicht.

Der niederländische Psychologe Marcus Huibers beispielsweise stellte in seiner wissenschaftlichen Untersuchung mit 14.500 Probanden keinen kausalen Zusammenhang zwischen jeweiliger Wetter- und Stimmungslage fest.

Bereits vor einiger Zeit kam auch Jaap Denissen von der Humoboldt Universität zu einem ähnlichen Resultat. Seiner Studie zu Folge nehmen weder Sonnenschein noch Regenwetter Einfluss auf das Wohlbefinden seiner Probanden. Untermauert werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse durch eine 2011 durchgeführten Studie von Theo Klimstra und seinen Kollegen. Etwa die Hälfte der rund 500 Probanden gaben an, dass ihre Laune nicht von schlechtem oder gutem Wetter abhängig sei. Das Wetter spiele für ihr persönliches Wohlergehen schlichtweg keine Rolle. Und selbst die Sonnenhungrigen unter den Testpersonen ließen sich durch Regen nur wenig die gute Laune verderben.

Sonne trifft Haut: Glückshormone werden gebildet.

Auch wenn die genannten Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen Wetterlage und Wohlbefinden ziehen können, ist eines unumstritten: Bei einem Sonnenbad werden komplexe biochemische Prozesse im menschlichen Körper in Gang gesetzt.

Eine befreundete Heilpraktikerin erklärt: „Trifft das Sonnenlicht auf die Haut, schüttet der Körper vermehrt Endorphine sogenannte Glückshormone aus. Dazu zählt auch Serotonin. Dieses Hormon wirkt sich regulierend auf Appetit, Herz-Kreislauf und die Stimmung aus, es vertreibt Ängste, Antriebslosigkeit und Müdigkeit und wird daher auch als Aktivitätshormon bezeichnet.“ Natürlich sollte das Sonnenbad, vor allem bei empfindlicher Kinderhaut, wohl dosiert sein, warnt die Heilpraktikerin vor den negativen Auswirkungen von Sonnenbrand oder Sonnenstich. Tipps, wie Eltern und Kinder sicher durch die Sommersonne kommen, gibt die Stiftung Kindergesundheit.

Sonne macht munter.

Warum bekomme ich aber auch schon einen „Antriebsschub“ von der Sonne, wenn ich noch gar nicht draußen war? Die Sonnenstrahlen werden über verschiedene Rezeptoren des menschlichen Körpers aufgenommen. Trifft das Sonnenlicht auf Photorezeptoren in der Netzhaut, so wird die Ausschüttung von Melatonin gebremst. Dieses Hormon wiederum sorgt in der Nacht für einen erholsamen Schlaf. Im Umkehrschluss heißt dies: Wird kein Melatonin gebildet, verschwindet auch die Müdigkeit.

Sonnenlicht regt im menschlichen Körper zudem die Produktion von Vitamin D, eine Vorstufe eines Hormons, an. Dies ist für den Knochenaufbau, die Zähne, die Muskeln und das Immunsystem wichtig.

Demnach unterstützt das Sonnenlicht wichtige Vorgänge im menschlichen Organismus und kann daher auch Einfluss auf das Wohlbefinden nehmen. Ob und in welchem Maße gutes Wetter das Stimmungsbarometer ankurbelt, ist sicherlich typabhängig.

Klar, das super Sommerwetter lässt sich besser im Urlaub, am Feierabend oder am Wochenende genießen. Wir haben aber von unseren Kollegen ein paar Ideen gesammelt, wie sie auch im heißen Büro cool bleiben können. Damit die derzeit eher tropischen Temperaturen keinen gesundheitlichen Schaden anrichten, sollten folgende Ratschläge befolgt werden.

Und wenn der Sommer dann mal nicht mehr so ist, wie er lang ersehnt war, dann muss die gute Laune trotzdem nicht baden gehen. In unserem Blog haben wir Vorschläge aufgelistet, wie wie jeder den Sommer einfach selber machen kann. Zum Beispiel auch mit einem köstlichen Cocktail. Cheers!

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