11. Juli 2012 | Service | 3 Kommentare

Yello erklärt: Wie funktioniert ein Induktionsherd?

Was hat fast jeder von uns in der Küche und kocht damit Essen? Ok, eine Mikrowelle könnte es auch sein. Wir meinen aber – den Herd. Wer sich einen neuen Herd kaufen möchte oder muss, hat zunehmend die Qual der Wahl: Gasherd, Elektroherd oder Induktionsherd. In meinem Bekannten- oder Freundeskreis fiel, beziehungsweise fällt die Wahl immer öfter auf den Induktionsherd. Aber inwiefern unterscheidet sich dieser überhaupt von anderen?

Rein äußerlich sieht er einem normalen Elektroherd ähnlich. Aber sobald man eine Kochfläche einschaltet, merkt man den Unterschied: Es passiert rein gar nichts. Das Kochfeld wird nicht heiß, nicht mal lauwarm. Erst wenn man einen mit Wasser gefüllten Topf auf das Feld stellt, erwärmen sich Topf und Wasser. Und das sogar schneller als bei einem Elektroherd.

Aber wie geht das?

Der Induktionsherd funktioniert mit elektromagnetischer Spannung. Dass heißt: Unter dem Kochfeld befindet sich eine Spule aus Kupferdraht, die sogenannte Induktionsspule. Wenn man das Kochfeld einschaltet, fließt Strom durch diese Spule. Dadurch entsteht ein magnetisches Wechselfeld. Dieses reagiert aber nur auf magnetisches Kochgeschirr. Fachleute sprechen auch von ferromagnetischen Töpfen und Pfannen. Sie lassen sich daran erkennen, dass Magnete daran haften. Mit einem Keramik- oder Glastopf würde ein Induktionsherd nicht funktionieren. Wer sich also für einen Induktionsherd entscheidet, muss also eventuell neue Töpfe und Pfannen anschaffen.

Denn das elektromagnetische Feld wird von der Spule direkt auf den Boden des Kochgeschirrs übertragen. So entstehen kleine Wirbelströme, die durch das Metall des Topfes laufen. Diese Wirbelströme heizen sowohl den Topf als auch dessen Inhalt auf und sorgen so für eine schnelle und effiziente Wärmeübertragung vom Induktionsherd auf den Topf.

Heiße Pfanne – kalte Platte.

Ein Induktionsherd erwärmt gezielt und schnell. Wärme entsteht nur dann und nur dort, wo ein Kochtopf oder eine Pfanne das Kochfeld berühren. Die Wärmestrahlung und damit der Wärmeverlust sind klein. So wird Energie gespart. Sobald kein Geschirr mehr auf dem Kochfeld steht, wird auch nichts erwärmt. Was gut ist, denn so kann einem nicht passieren, dass der Herd nicht ausgeschaltet wird. Und man kann sich auch nicht verbrennen. Laut Herstellern wird das Kochfeld nur durch die Rückwärme der Töpfe erwärmt. Ansonsten bleibt die Platte kalt. Das ist ein schöner Sicherheitsfaktor wenn man Kinder hat. Wer länger kocht, sollte aber trotzdem vorsichtig sein: An der Rückwärme lassen sich die Flossen auch noch gut verbrennen. Speisereste hingegen, die mal danebengehen brennen nicht ein und lassen sich leicht entfernen.

Wer hat’s erfunden?


Es war gerade das Jahr 1831 als Michael Farady die Induktion entdeckte. Der Naturforscher und Physiker gilt als einer der klügsten Köpfe Großbritanniens und versuchte damals einen Elektromagneten umzukehren. Bis dahin konnte Strom ein Magnetfeld erzeugen. Sein Ziel war das Gegenteil: ein Magentfeld, das Strom erzeugt. Am Ende entstand das faradaysche Induktionsgesetz. Nicht zu verwechseln mit dem Faradayische Käfig, der stammt aber auch von ihm.

Induktion wird mittlerweile nicht nur bei Herden verwendet. Unter anderem findet man sie bei Transformatoren, Induktionslampen oder Generatoren. Auch die elektrische Zahnbürste funktioniert mit Induktion. Im Netzteil ist eine Spule mit Kunststoff ummantelt. In der Zahnbürste ist eine Eisenkern mit Kunststoff ummmantelt. Durch Stromzufuhr entsteht ein elektormagnetisches Feld und die Zahnbürste lädt auf. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Das Netzteil kann komplett wasserdicht hergestellt werden. In diesem Fall ein lebenswichtiger Aspekt.

  1. David sagt:

    Gute Erklärung, aber viel wichtiger ist ja das er funktioniert und nciht wie. Solang das Steak immer schön medium wird reicht mir das.

  2. Ludo sagt:

    Ich zitiere:

    “An der Rückwärme lassen sich die Flossen auch noch gut verbrennen. Speisereste hingegen, die mal danebengehen brennen nicht ein und lassen sich leicht entfernen. [...] Im Netzteil ist eine Spule mit Kunststoff ummantelt. In der Zahnbürste ist eine Eisenkern mit Kunststoff ummmantelt. Durch Stromzufuhr entsteht ein elektormagnetisches Feld [...].”

    Finde die drei Fehler
    ;-)

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Reaktionen

  1. [...] Omas Holzfeuerofen mit den wärmespeichernden Schamottsteinen ins Rennen geführt. Gemeint ist der Induktionsherd, bei dem die Energie in Form eines elektromagnetischen Wechselfeldes auf den Boden des [...]