2. Juli 2012 | Service | Keine Kommentare

Spannende Berührung – Wie sich elektrostatische Aufladungen im Alltag vermeiden lassen.

Spannung liegt ja zur Zeit in der Luft. Das merken wir deutlich an den starken Gewittern, die in den letzten Tagen über Deutschland ziehen und sich mit kräftigem Blitz und Donner entladen. Aber nicht nur am Himmel kommt es täglich zu Spannungen. Denn schließlich kennt jeder von uns die Aussage:”Oh, jetzt habe ich gerade eine gewischt bekommen.”

Jeden Tag “erwischt” es uns. Oder uns stehen die Haare zu Berge. Und das nicht, weil wir uns ägern oder uns erschreckt haben. Sondern weil wir im wahrsten Sinne aufgeladen sind. Schon morgens beim Aufstehen kann es passieren: Man steht auf und taumelt noch schlaftrunken Richtung Bad. Die Füße schleifen über den Teppich. Man fasst an die Klinke der Badezimmertür und – Wusch – man bekommt einen kleinen Stromstoß. Weiter geht es, wenn man einen Pullover anzieht. Dann kann es sogar schon mal etwas knistern und die Haare stehen in alle Richtung ab. Sobald man in das Auto einsteigen will, setzt uns der Türgriff unter Spannung und im Büro vielleicht noch die Maus oder der Drucker.

Woher kommt die Aufladung?

Alle Körper besitzen eine große Anzahl elektrischer Ladungen. Diese sind entweder positiv (Protonen) oder negativ (Elektronen). Normalerweise sind beide Ladungen von der Anzahl her ausgeglichen. Heißt, wir merken davon gar nichts. Um einen Körper aufzuladen, muss das Gleichgewicht zwischen Protonen und Elektronen aufgehoben werden. Und das wird durch Reibung erreicht. Dabei kommt es allerdings auch noch auf die Materialien an: Glas, Haare, Wolle oder Fell zählen zu den positiven Ladungen; Hartgummi, PVC oder Polyester zu den negativen.

Wenn man also zum Beispiel mit Schuhen, die eine Hartgummisohle haben, über einen Teppich läuft, werden positive und negative Ladungen ausgetauscht. Hierbei lädt sich die Sohle negativ auf. Der Teppich hat nämlich Elektronen an den Körper abgegeben. Jetzt hat der Körper zu viele Elektronen. Resultat: Sobald wir dann die Türklinke berühren oder einer Person die Hand geben, kann es zu einer sprichwörtlich spannenden Begegnung kommen.

Wie lässt sich die Aufladung vermeiden?

Im Alltag kommt es häufiger zu kleinen Stromstößen. Nicht alle Menschen reagieren gleich auf elektrostatische Aufladung. Wer für die unfreiwille Aufladung besonders anfällig ist, sollte grundsätzlich bei allen Gegenständen in denen synthetisches Material verarbeitet wurde – Bodenbeläge, Teppiche (siehe Video), Vorhänge, Bettwäsche, Möbeloberflächen – aufmerksam sein. Das bedeutet dann zum Beispiel auf polyesterhaltige Kleidung oder Schuhe mit Hartgummisohle zu verzichten. Auch wenn es dafür sogar antistatisches Waschmittel oder auch Weichspüler gibt. Ebenso sollte man bei Bodenbelegen darauf achten, dass sie antistatisch sind.

Ein anderer Faktor ist die Luftfeuchtigkeit. Bei ganz trockener Luft, vor allem Heinzungsluft im Winter, scheinen sich die Ladungen schneller auszutauschen als bei hoher Luftfeuchtigkeit. Wer den kleinen Elektrobrizzel vermeiden will, sollte zudem immer einen Luftbefeuchter im Raum aufstellen.

Aber eine Garantie bietet das trotzdem nicht. Das Leben bleibt spannend. Jeden Tag.

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