18. Juni 2012 | Service | Keine Kommentare

Studie: Wer zu Ökostrom wechselt, verhält sich auch sonst öko.

Inzwischen sagt jeder vierte Deutsche, er habe sich für einen Stromtarif entschieden, der Strom aus erneuerbaren Quellen liefert. Nun könnte man meinen, das sei eben gerade in Mode, es wäre en vogue beim Strom sein schlechtes Umweltgewissen zu beruhigen, während das Auto weiterhin 12 Liter auf 100 Kilometer schluckt und der Fernseher auch die Nacht über weiterflimmert. Doch das ist falsch. Der Wechsel zu Ökostrom ist weder Mode noch Alibi, hat jetzt eine repräsentative Studie der Change Centre Stiftung in Meerbusch ermittelt (Umsteiger-Report Energiewende), aktuell eine der größten Befragungen zum Thema Ökostrom. Tatsächlich würden sich Ökostrom-Kunden durchgängig ökologisch verhalten. Heißt: Sie nutzen den öffentlichen Nahverkehr und/oder Car-Sharing, kaufen saisonale und lokale Lebensmittel sowie energiesparende Haushaltsgeräte, vermeiden Einwegartikel und reduzieren ihre Haushaltsabfälle.

Ebenfalls interessant: Knapp jeder vierte Ökostromkunde nutzt zudem Solarkollektoren für Warmwasser auf dem eigenen Hausdach. Am zweithäufigsten finden sich eigene Photovoltaik-Anlagen. Aber auch an Umweltfonds sind rund 17 Prozent der befragten Ökostromkonsumenten beteiligt, beinahe so häufig wie an Bürgersolar- oder Bürgerwindparks.

Ökostrom ist kein Oberschicht-Phänomen.

Zugleich räumt die Studie mit einigen weitläufigen Klischees und Vorurteilen auf: So seien “Öko-Fundamentalisten” unter den Befragten die absolute Ausnahme. Nicht einmal jeder Zehnte verlange zum Beispiel hohe Geldstrafen für Umweltsünder – eine Forderung, die in der Gesamtbevölkerung doppelt so häufig unterstützt wird. Stattdessen halten knapp 63 Prozent der Ökostromnutzer Steuervergünstigungen bei umweltgerechtem Verhalten für den besten Anreiz, um ökologisches Verhalten weiter zu fördern.

Ebenso sei Ökostrom kein Oberschicht-Phänomen. Zwar seien die befragten Ökostromnutzer etwas höher gebildet und verfügen über ein größeres Haushaltseinkommen. Ein ausgefeiltes statistisches Modell zeige aber, dass diese soziodemografischen Faktoren nicht zwangsläufig ausschlaggebend für die Entscheidung für den Ökostrom sind. Wichtiger sei vielmehr die persönliche Vernetzung: Je mehr Ökostromkunden in der Familie oder im Bekanntenkreis leben, desto wahrscheinlicher wird der eigene Wechsel.

Für Joachim Klewes, den Leiter der Change Centre Stiftung und Honorarprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sind das typische Merkmale für ein schnell wachsendes Nachfragepotential nach grünem Strom: “Am Anfang einer neuen Nachfragewelle stehen regelmäßig überzeugte Menschen mit einem konsequenten Verhaltensmuster. Wenig später folgen immer größere Bevölkerungsgruppen, für die ein durchgängiges ökologisches Verhalten aber weniger wichtig ist – ein Muster wie bei vielen anderen Innovationen.”

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom und für den strategischen Auf- und Ausbau sämtlicher Social Media Kanäle des Unternehmens verantwortlich. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben. Inzwischen hat Jochen das Unternehmen wieder verlassen und bloggt heute weiter auf seinen Seiten Karrierebibel.de und Weinbilly.de.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>