14. Juni 2012 | Aktion | Ein Kommentar

Nachklapp: So war das beim Twittwoch Köln und zu Gast bei Yello.

Geht bald nichts mehr ohne Webvideo? haben wir uns gefragt und dazu die Kölner Twitterer am vergangenen Mittwoch zu uns nach Köln-Poll eingeladen – genauer: zum Twittwoch. Denn Webvideos gewinnen in den Sozialen Netzwerken, aber auch auf Unternehmens-Websites immer mehr an Bedeutung. Nicht nur, dass es inzwischen zunehmend mehr Youtuber in Deutschland gibt, die allein von ihren Video-Produktionen leben können – auch immer mehr Unternehmen setzen auf den Dialog per Video und virale Bewegtbildkampagnen.

Schon heute ist Youtube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – und eben nicht nur ein Videohostingdienst oder ein reiner Abspielkanal. Es ist eine eigene Community. Ein paar Fakten:

  • Jede Minute werden weltweit rund 60 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen.
  • Täglich werden mehr als 4 Milliarden Videos aufgerufen.
  • Jeden Tag wird YouTube mobil (also etwa über Smartphones) über 600 Millionen Mal aufgerufen. Schon 2011 hat sich die Anzahl der Zugriffe von Mobilgeräten verdreifacht.
  • Jede Woche setzen sich 100 Millionen Nutzer interaktiv mit den Videos auseinander – indem sie diese bewerten, teilen, kommentieren oder in ihre eigenen Blogs und Webseiten einbauen. Und…
  • Pro Minute werden über 500 Tweets mit einem YouTube-Link versendet. Ein solcher Tweet führt durchschnittlich zu sechs neuen Zuschauern.

Gehört Webvideos also die Zukunft im Social Web? Darüber wollten wir mit unserem hochkarätig besetzten Podium sprechen:

Mit Daniel Backhaus, Social Media Manager und ausgewiesener Profi in Sachen Online-Kommunikation; mit Daniel Fiene, Redakteur bei Antenne Düsseldorf und Co-Moderator des TV-Experiments “Rundshow” im Bayerischen Rundfunk; mit Ingo Notthoff, Senior Manager Public Relations & Online bei T-Systems und mit Markus Hündgen, Geschäftsführer der European Web Video Academy und Teil der Blinkenlichten Produktionen in Düsseldorf.

Im Raum standen unter anderem Fragen, wie:

  • Was zeichnet ein gutes Webvideo aus?
  • Wie lassen Sie sich in der (Unternehmens-)Kommunikation einsetzen?
  • Können oder werden Videos bald das geschriebene Wort ersetzen?

Ingo Notthoff zum Beispiel outete sich dabei als Fans des geschriebenen Wortes. Klar seien Videos eine gute Ergänzung zur Kommunikation mit zahlreichen spezifischen Vorteilen – aber eben nur eine Ergänzung. Und Nachteile gäbe es schließlich auch: Videos ließen sich nicht wie ein Text scannen, sodass man vielleicht erst nach dem Ansehen feststelle, dass einem der Clip weder gefallen noch genutzt hat.

Videopunk Markus Hündgen sah das erwartungsgemäß anders. Wir leben in einer audiovisuell dominierten Zeit. Und Bilder oder eben “Bewegtbilder”, wie er sie lieber nenne, seien die Treiber im Social Web – ob bei Pinterest, Facebook oder Google+. Entsprechend glaube er an die künftige Dominanz der Bewegtbilder und der vielen Formate, die sich damit darstellen lassen: von Webshow bis Tutorial.

Daniel Fiene wiederum, der erst kürzlich mit Richard Gutjahr zusammen das TV-Experiment “Rundshow” im Bayerischen Rundfunk moderiert hat, sah das ähnlich und ist zudem davon überzeugt, dass Fernsehen und Web-TV noch weiter verschmelzen werden. Allerdings funktioniere – so seine Erfahrung aus der Rundshow – nicht alles, was im Internet funktioniert, auch im klassischen Fernsehen und umgekehrt. Entsprechend werde und müsse es dazu noch viele Experimente geben.

Daniel Backhaus wiederum zitierte den Soziologen Niklas Luhmann: “Vertrauen ist die größte Reduktion von Komplexität.” Und Videos könnten nunmal Komplexität enorm verringern und beispielsweise Texte von mehreren Absätzen auf ein paar Minuten Film reduzieren – wenn sie gut und richtig gemacht werden, natürlich.

Was zur Frage führte, was überhaupt ein gutes Webvideo ausmacht. Und um die Pointe vorweg zu nehmen: eine eindeutige Definition gibt es nicht. Wir fanden auch keine auf dem Twittwoch. Wer vier Experten fragt, bekommt im Zweifel fünf Antworten. Mindestens. Wie auch das folgende Video vom vergangenen Videocamp in Düsseldorf zeigt:

Und so war am Ende ein Fazit der Runde: Videos werden zwar künftig eine immer größere Rolle spielen, aber ebenso wenig werden sie das geschriebene Wort ersetzen noch gibt es ein Patentrezept, wie man mit Videos am besten kommuniziert oder gar – Achtung Buzzword! – einen Viralhit landet.

Apropos: Gut 120 Gäste waren der Einladung zum Twittwoch gefolgt und diskutierten mit. Dass es auf dem Podium erst gar nicht zur kryptischen Fachsimpelei kommen konnte, lag auch daran, dass das Publikum sowohl über die eingeblendete Twitterwall als auch per “Buzzword-Bingo” einbezogen wurde. Heißt: Wann immer einer der Podiumsteilnehmer eine typische Fachphrase verwendete, durften die anwesenden Twitterati laut “Bingo” rufen. Und vorbei wars, mit dem Fachchinesich. Zur Nachahmung empfohlen! Sehr lustig und zugleich disziplinierend…

Grillen und Jogis Jungs beim Gewinnen zuschauen.

Anschließend ging’s ans Büffet – worauf sich bereits einige Twitterati lautstark freuten…

Ganze 500 Würstchen wurden dabei gegrillt. Und das war auch gut so, denn danach hieß es: Jogis Jungs die Daumen drücken und auf der hell erleuchteten Leinwand (der Beamer hatte schlappe 15.000 Ansilumen und war eigentlich für draußen gedacht. Leider spielte das Kölner Wetter nicht mit) das Fußballspiel Deutschland gegen Holland gucken.

Klasse: Deutschland gewinnt mit 2:1. Die Stimmung auf dem Höchststand – ganz diametral zum Pegel im Kölschfass …

Das Twitter-Gewitter zum vergangenen Twittwoch.

Und wo wir gerade von Stimmung sprechen: Die war wirklich klasse – und das Echo höchst erfreulich. Nicht nur deshalb möchten wir uns an der Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmern für den informativen, anregenden und emotional erfreulichen Abend bedanken. Hier noch eine kleine Auswahl der Tweets rund um den Twittwoch…

Weitere Links dazu:

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom und für den strategischen Auf- und Ausbau sämtlicher Social Media Kanäle des Unternehmens verantwortlich. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben. Inzwischen hat Jochen das Unternehmen wieder verlassen und bloggt heute weiter auf seinen Seiten Karrierebibel.de und Weinbilly.de.

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