24. April 2012 | Service | Ein Kommentar

Wie ein 110 Meter hoher Wald mitten in der Stadt beim Energiesparen hilft.

Was ist nicht alles erfunden worden, um dem Menschen das Wohnen in der Stadt so komfortabel wie möglich zu machen? Fenster lassen Licht ins Haus, Rolläden sperren es auf Wunsch aus, Heizungen wärmen im Winter und Klimaanlagen kühlen im Sommer. Luftbefeuchter sorgen für bessere Luftqualität und Filter in den Klimaanlagen halten die Schadstoffe außerhalb der eigenen vier Wände.

Dass das alles auch viel einfacher, natürlicher und vor allem energieeffizienter geht, zeigt besonders faszinierend das Bauprojekt Bosco Verticale von Architekt Stefano Boeri in Mailand. Bosco Verticale heißt nichts anderes als “vertikaler Wald” – und genauso werden die beiden 110 und 76 Meter hohen Hochhäuser auch aussehen. Die Bäume der beiden Wohntürme mitten in der Innenstadt würden rund 20.000 Quadratmeter Waldfläche ergeben und könnten damit einen sehr ansehnlichen Stadtpark ersetzen.

Der Wald als natürliche Allzweckwaffe.

Mit der Verwendung des vertikalen Waldes werden mehrere Ziele verfolgt:

  • Die insgesamt 900 Bäume mit einer Größe zwischen drei und neun Metern wirken sich klimaregulierend auf das gesamte Gebäude aus, da sie im Sommer vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. So wird eine Menge Energie gespart, die sonst für den Betrieb von Klimaanlagen verwendet worden wäre.
  • Das Grün wirkt außerdem wie ein Schutzschild gegen Lärm- und Umweltverschmutzung. Die Schallwellen der städischen Geräuschkulisse werden genauso absorbiert wie Feinstaub oder das schädliche Kohlendioxid, das durch die Bäume sogar in Sauerstoff umgewandelt wird.
  • Statt trockener Klimaanlagen-Luft entsteht durch die Rundumbepflanzung ein ausgewogenes Mikroklima.
  • Zu guter Letzt verbessert der vertikale Wald die Lebensqualität, da die Stadt auf kleinstem Raum einen enormen Zuwachs an Grünfläche bekommt und das städtische Grau angenehm aufgelockert wird.

Natürlich soll der Bosco Verticale nicht nur reine, grüne Fassade sein: die Gebäude sind insgesamt nachhaltig entworfen. Die Pflanzen werden hauptsächlich mit dem gesammelten Grauwasser versorgt. Zusätzlich sichern Solar- und Windkraftanlagen größtmögliche Unabhängigkeit bei der Energieversorgung.

Trend zurück zur Natur.

Dass das Mailänder Projekt kein Einzelfall ist, sondern nur ein besonders aufsehenerregendes Beispiel für einen immer größer werdenden Trend ist, zeigen die vielen Projekte, die unter dem Stichwort “grüne Gebäude” aus dem Boden schießen. Dabei muss es nicht immer vertikal zugehen: Grünflächen werden zunehmend auch auf Dächern oder in Gebäuden verwendet, um für einen natürlichen Klimahaushalt sorgen.

Das Wohnen in Städten wird in Zukunft also nicht nur energieeffizienter, sondern gleichzeitig auch grüner. Nicht nur wenn man in der Betonwüste Köln lebt ein sehr positiver Trend.

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