14. Februar 2012 | Service | 3 Kommentare

Stromschlag – und nun? Tipps für die Erste Hilfe bei einem Stromunfall.

Kein schönes Thema. Ist uns klar. Im Ernstfall aber kann das Wissen Leben retten. Und weil wir uns dem Thema Strom in all seinen Facetten irgendwie verpflichtet fühlen, gehört das natürlich auch dazu: Was ist bei einem Stromunfall zu tun?

Gerade im Haushalt passieren die meisten Unfälle mit Strom: ungesicherte Steckdosen, ausgeleierte Stecker, schlecht isolierte Kabel. Besonders gefährlich wird es dann, wenn gar noch Wasser ins Spiel kommt: Der Föhn, der in die Badewanne fällt; das Radio, das durch einen unbedachten Schubs ins Waschbecken fällt… Sowas. Trifft einen dann der elektrische Schlag, besteht unmittelbar Lebensgefahr: Die Muskeln verkrampfen, das Herz flimmert und kann plötzlich stillstehen. Dann bleiben meist nur noch Sekunden.

Wie also sollten Sie reagieren, um einen Menschen aus einer solchen Lage zu retten?

Tipps für die Erste Hilfe bei einem Stromunfall.

Zuerst einmal: keine Panik! So mancher reagiert bei einem Stromunfall falsch – und versucht, das Opfer per Hand von der Stromquelle zu trennen. Fatal! Denn so riskiert man, selbst einen Stromschlag zu bekommen. Einzig richtig: Sofort die Sicherung rausnehmen und den Stromkreis unterbrechen. Falls das zu lange dauern würde, das Opfer mit einem nicht leitenden Gegenstand von der Stromquelle trennen: Besenstil, Gürtel, Decke, den Beinen eines Holzstuhls. Zur Not geht auch wegtreten. Das klingt nur rabiat – Sie retten damit Leben!

Als nächstes überprüfen Sie, ob das Unfallopfer atmet und bei Bewusstsein ist. Versuchen Sie sonst – falls Sie das können – das Opfer wiederzubeleben: Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassage. Rufen Sie parallel um Hilfe und den Notarzt: Feuerwehr (112) oder die Polizei (110). Sichern Sie anschließend den Unfallort und isolieren Sie sich und das Opfer von sämtlichen Stromquellen. Brandverletzungen sollten zudem gekühlt werden – durch kaltes Wasser. Ansonsten: mit sterilen Tüchern und Verbänden abdecken (Einen Verbandskasten finden Sie zur Not im Auto).

Auch wenn keine sichtbaren Verletzungen zu erkennen sind und das Unfallopfer danach ansprechbar ist: Besuchen Sie dennoch immer (!) unmittelbar danach einen Arzt. Der Stromschlag kann schwere Herzrhythmus-Störungen auslösen, die erst später auftreten und dann lebensgefährlich werden. Ein Krankenhausbesuch ist insbesondere bei Unfällen mit Kindern ein absolutes Muss. Und lassen Sie die Verunfallten auf keinen Fall danach allein.

Der wichtigste Tipp aber ist: Lassen Sie es möglichst erst gar nicht so weit kommen! Machen Sie alle Steckdosen kindersicher. Kontrollieren Sie regelmäßig Kabel und Stecker und setzen Sie im Badezimmer mehrheitlich auf batteriebetriebene Geräte. Ansonsten: Haare nur föhnen, wenn Waschbecken und Wanne trocken sind. Auch das mit dem Föhnen ist ja irgendwie unser Thema…

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom und für den strategischen Auf- und Ausbau sämtlicher Social Media Kanäle des Unternehmens verantwortlich. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben. Inzwischen hat Jochen das Unternehmen wieder verlassen und bloggt heute weiter auf seinen Seiten Karrierebibel.de und Weinbilly.de.

  1. Andreas Kröll sagt:

    Nicht zu vergessen, der Einsatz von RCD Schalter oder auch Fehlerstromschutzschalter (FI) genannt, kann Leben retten. Leider sind solche auch heute noch, nicht im jedem Haus anzutreffen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Reaktionen

  1. [...] weiß, kein schönes Thema. Aber ein wichtiges – über das wir schon mal gebloggt haben. Der Anlass diesmal: Eine Sammlung von Vintage-Bildern mit 30 gefährlichen Wegen einen [...]

  2. [...] Neben der Steckdose gibt es natürlich noch weitere Gefahrenquellen im eigenen Haushalt, die Kinder in lebensbedrohliche Situationen bringen können: defekte Küchenmaschinen, schlecht isolierte Kabel, ausgeleierte oder kaputte Stecker, geknickte Leitungen. Sollte dann noch Wasser ins Spiel kommen, droht ein gefährlicher Stromunfall. [...]