17. Januar 2012 | Service | 9 Kommentare

Wo bleibt bloß die Energie? Die größten Stromfresser im Haushalt.

“Allzeit bereit.” Den Pfadfindergruß haben sich – leider – auch zahlreiche Elektrogeräte zu eigen gemacht. Rote, grüne oder gelbe LEDs signalisieren uns heute überall im Haushalt den komfortablen Standby-Modus und promptes Anspringen im Einsatzfall, aber eben auch: Hier wird weiterhin Energie verbraten – und das nicht zu knapp.

Allerdings ist das kaum einem bewusst: Nur jeder Zweite kennt laut einer Umfrage die heimlichen Stromfresser im Haushalt!

Nun stehen gemeinhin die Waschmaschine, der Wäschetrockner oder auch der Küchenherd im Verdacht, im Haushalt die größten Energiefresser zu sein, weshalb man das bisschen Standby-Strom eigentlich ja gleich wieder vergessen könnte. Stimmt aber nicht. Denn mit der Hightech-Aufrüstung im Wohn- oder Arbeitszimmer haben Computer, W-LAN und Fernseher die Wischwaschkoch-Fraktion längst vom Platz 1 der Energie-Nimmersatts verdrängt (siehe auch Studie der EnergieAgentur NRW).

Kein Wunder: In den meisten Wohnzimmern sind ja auch Bildschirm (oder TV), Radio und W-LAN-Gerät ständig an. Laut Studie machen damit sechs Bereiche fast zwei Drittel (66 Prozent) des gesamten Stromverbrauchs in einem Haushalt aus:

  • Büro/Computer (12,9 Prozent)
  • TV/Audio (11,9 Prozent)
  • Warmwasser (11,9 Prozent)
  • Kühlen (10,4 Prozent)
  • Licht (9,7 Prozent)
  • Kochen (9 Prozent)

Eher unbedeutend sind dagegen Staubsaugen (7,2 Prozent), Trocknen (6,6 Prozent), Spülen (5,1 Prozent), Waschen (4,9 Prozent) oder Gefrieren (4,5 Prozent).

Die schlimmsten Stromfresser – und wie sie sich auf Diät setzen lassen.

Die ganze Suche nach einem günstigen Stromanbieter relativiert sich schnell, wenn man zwar einen passenden Tarif gewählt hat, das so gesparte Geld aber sofort wieder zum Fenster rauswirft, indem man ungebremst die Stromfresser füttert. Durch geschickte Anbieterwahl 50 Euro im Jahr gespart, aber mit den eigenen Geräten daheim Kilowattstunden im Wert von 100 Euro mehr verbraucht? Das ergibt keinen Sinn. Deshalb starten wir heute die Yello Diät – und sagen: Runter mit den Kilowatts! Und das ganz ohne Jojo-Effekt…

Wie das geht?

Ganz einfach, indem Sie noch heute die größten Stromfresser im Haushalt aufspüren und ihnen anschließend den Appetit verderben… Achtung, Spannung, hier kommen…

Die 10 (un)heimlichen Verbrauchsmonster.

Gremlink. Hätten Sie gedacht, dass Ihr PC samt Internetzugang im Jahr bis zu 500 Kilowattstunden verspeist? Das ist vergleichbar mit einem Kühlschrank. Ein Laptop ist zwar sparsamer (rund 25 Kilowattstunden per anno), aber schon in Kombination mit einem W-LAN-Modem (50 kWh) und einem Drucker (20 kWh) wird daraus eine richtige Großmahlzeit. Selbst im Standby-Modus fressen die Rechner immer noch bis zu 20 Watt Leistung. Lösung: ausschalten – und zwar ganz. Wer den Computer längere Zeit nicht nutzt, sollte ihn ganz runterfahren und nicht einfach nur zuklappen. Auch die Netzteile nicht vergessen! Selbst wenn der Rechner nicht lädt, naschen die Trafos am Strom.
Funkenstein. Endlich Heimkino-Feeling zu Hause – mit einem Plasmabildschirm und einer Super-Mega-Bilddiagonale von mehr als einem Meter! Klasse. Verbraucht aber so viel Strom wie sechs energieeffiziente Kühlschränke zusammen. Wer trotzdem nicht auf den modernen Breitbildgenuss verzichten will, sollte nach der Berieselung die Glotze vollständig ausschalten. Besser noch, falls Sie vorhaben sich ein neues Gerät anzuschaffen, Sie achten gleich auf das Energiesparlabel! Seit Dezember 2011 gibt es das EU-Label für die Flimmerkisten. Optimal: A+++. Stromsparer. Und mit den Energiespar-Fernsehern lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Glotzen bis zu 60 Prozent Stromkosten einsparen.
Podzilla. Auch das Handy, neuerdings Smartphone, ebenso Tablets wie das iPad sind wahre Stromschlinger. Je größer und heller das Display, desto mehr Hunger. Oft lässt sich die Helligkeit des Bildschirms dimmen, ebenso Bildschirmschoner und Bluetooth deaktivieren. Auch Ortungsdienste und Pushfunktionen sind gefräßige Mitesser. Daher: Was gerade nicht benötigt wird – ausschalten! Und: Akkus saugen ebenfalls kontinuierlich Strom, solange sie an die Steckdose angeschlossen sind. Schnurlose Telefone sollten deshalb erst aufgeladen werden, wenn die Akkus nahezu leer sind und dann auch nur solange in der Ladestation verweilen, bis sie wieder voll sind (gilt für elektrische Zahnbürsten übrigens genauso).
Herdwolf. Einmal die Herdplatte angestellt, schon rotiert der Stromzähler. Am schlimmsten sind Elektroherde alten Schlages, da tanzt der Zähler im Keller Polka. Und wenn man den Herd ausgestellt hat, strahlen die Platten immer noch Hitze ab. Unnötig. Besser: Umstellen auf Gas- oder Induktionsherde. Die erzeugen die Wärme genau nach Bedarf und lassen sich entsprechend regeln. Energie-Ersparnis: bis zu 50 Prozent. Auch damit, dass Sie den Topf immer passend zur Plattengröße wählen, lassen sich leicht 20 Prozent Strom sparen. Und wer sein (Nudel-)Wasser vorher im Wasserkocher erhitzt und nicht im Topf, spart bei nur einem Liter Flüssigkeit schon bis zu ein Drittel Energie.
Trommelnator. Die Geschichte der Kochwäsche ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Sie ist ein Relikt aus jenen Tagen, in denen Strom irgendwie aus der Steckdose floss und das Abwasser anschließend irgendwo hin. Zeiten ändern sich. Heute reichen in schwierigen Fleckenfällen schon 60 Grad, meist sogar 30 bis 40 Grad Waschtemperatur. Alles andere terminiert auch Ihre Stromrechnung. Genau wie die “Vorwäsche”. Die sollten allenfalls noch auf dem Friedhof der vergessenen Wörter besuchen. Spart bis zu 30 Prozent Strom pro Waschgang.
Trocklodyt. Gewiss, der Wäschetrocker spart Zeit, saugt dazu aber viel Saft. Oft mehr als die Waschmaschine. Um den Dauerdurst zu löschen, gibt es gleich drei Optionen: 1. Die Wäsche vorher länger schleudern, dann muss der Trockner weniger verdunsten. Kann bis zu 25 Prozent pro Waschgang bringen. 2. Die Wäsche nicht staubtrocken rausnehmen, sondern ein bisschen feucht. Das erleichtert das Bügeln und verfliegt im Schrank sowieso. 3. Im Sommer ganz auf den Trockner verzichten und die Wäsche an die frische Luft hängen.
Drakühla. Einen Dreipersonenhaushalt kostet der Kühlschrank im Schnitt rund 70 Euro pro Jahr. Schuld ist der Dauerbetrieb. Der lässt sich zwar nicht vermeiden – aber die Temperatur einstellen. Faustregel: Je kälter der Kühlschrank drinnen ist, desto größer der Stromhunger. Um den Eisschrank auf Diät zu setzen, reichen drinnen schon minus 18 Grad, dem Kühlschrank sieben. Zudem sollten die Lüftungsschlitze hinten ausreichend Luft bekommen (Kühlschränke sind Wärmetauscher: Ist die angesaugte Luft zu warm, muss das Gerät mehr schuften) und das Gerät regelmäßig abgetaut werden. Energieeffiziente Kühlschränke verbrauchen natürlich deutlich weniger als alte.
Hellboy. Ihr häusliches Leuchtbiotop – das wissen Sie aus obiger Studie – macht knapp zehn Prozent Ihres Stromverbrauchs aus. Die meiste Energie davon ziehen sich Glühbirnen rein. Nur fünf Prozent des Stroms wandeln sie in Licht um, der Rest ist heiße Luft. Bei Energiesparlampen oder LEDs ist das anders, die machen mehr Licht als Wärme – und brauchen nur ein Fünftel des Stroms. Ersparnis im Jahr: bis zu 50 Euro bei kompletter Umstellung.
Loch Nass. Willst du viel, spül mit… Kurzprogrammen. Die machen das schmutzige Geschirr auch sauber, schonen aber den Geldbeutel. Ebenso, den Geschirrspüler nur bei voller Ladung anzuschmeißen. Und wer die Spülmaschine ans Warmwasser anschließt, kann den Stromverbrauch gar halbieren. Extra-Tipp: Achten Sie beim Neukauf nicht nur auf den Strom-, sondern auch auf den Wasserverbrauch! Der kann pro Spülgang zwischen neun und 18 Litern variieren und gehört damit zu den heimlichen Kostentreibern.
Die Unsichtbaren. Netzteile, Transformatoren (etwa für Halogenlampen), Akkulader, Anrufbeantworter, Fernbedienungen – all diese Geräte laufen unbemerkt nebenher und vergeuden gerne bis zu 100 Euro Stromkosten im Jahr. Einfach so. Dabei lässt sich den Dauerbrennern mit dem Perma-Appetit ganz leicht die Nahrungsquelle entziehen: mit einer ein- und ausschaltbaren Steckdosenleiste zum Beispiel. Was Sie gerade nicht brauchen – etwa, weil Sie tagsüber gar nicht im Haus sind – schalten Sie mit einem Fußtritt einfach aus. Schon purzeln die Kilowatts.

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom und für den strategischen Auf- und Ausbau sämtlicher Social Media Kanäle des Unternehmens verantwortlich. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben. Inzwischen hat Jochen das Unternehmen wieder verlassen und bloggt heute weiter auf seinen Seiten Karrierebibel.de und Weinbilly.de.

  1. Andreas sagt:

    Den Schmerz “Geräte immer ausschalten, um den Stromfresser Standby-Lampe zu vermeiden” nehmen einem ja Gott-sei-Dank die 0-Watt-Standby Entwicklungen verschiedener Hersteller ab. Das wird sich m.M.n. auch in den kommenden 2 Jahren konsequent durchsetzen und da die Neuanschaffungszyklen für solche Produkte relativ kurz sind, besteht noch Hoffnung :)

    Bei der Spülmaschine sollte man konsequent das Kurz- oder Sparprogramm nutzen, ich habe noch nie verstanden warum ein Teller 2 Stunden lang gespült werden muss, der ist auch nach 30 Minuten sauber.

    - Andreas

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Reaktionen

  1. [...] man in den eigenen vier Wänden Strom und somit auch Geld sparen kann ist ja mittlerweile bekannt. Aber nicht nur im trauten Heim, [...]

  2. [...] Warum auch nicht? Schließlich wechselt man ja bei fast jeder Gelegenheit den Mobilfunkanbieter. Und das ist vom Prinzip her nicht viel anders. Der Stromanbieterwechsel kann sich aber mehr lohnen. [...]

  3. [...] Wozu so viel virtuelle Gastfreundlichkeit? Ganz einfach: Im Haus von Familie Schmidt gibt es einige Stromfresser zu entdecken, die sich bestimmt auch in Ihrem eigenen Zuhause wiederfinden. Allerdings: Nur jeder [...]

  4. [...] alle Geräte auf Standby: Fernseher, Stereoanlage, Satelliten-Receiver, Laptops. Sie zählen zu den heimlichen Stromfressern im Haushalt. Aber mal ehrlich: Müssen die empfangsbereit um im Hab-Acht-Modus bleiben, wenn sowieso keiner [...]

  5. [...] (was ziemlich schnell ziemlich teuer werden kann), existieren ebenso zahlreiche Wege, den Stromfressern daheim den Appetit zu verderben und so seinen Verbrauch zu senken. Dem Geldbeutel wird’s [...]

  6. [...] Stromberater raten daher etwa dazu eine Woche lang ein Tagebuch zu führen, um so diese versteckten Stromfresser-Routinen aufzuspüren. Eine Art protokollierte Verbrauchskontrolle – die Sie natürlich auch [...]

  7. [...] So lassen sich bequem heimliche Stromfresser im Haushalt aufspüren oder aber – durch klügeren Einsatz der Geräte – langfristig [...]