8. Dezember 2011 | Service | 8 Kommentare

Stromfressern auf der Spur: Was taugen Energiemessgeräte wirklich?

Stromkosten sparen, Energie sparen – wer will das nicht? Allein schon der Umwelt zuliebe, aber auch fürs eigene Portemonnaie. Wir unterstützen das. Seit Jahren. Echt jetzt. Auch wenn man das von einem Stromanbieter vielleicht nicht denkt. Ist aber so, nur nicht immer allen bewusst. Yello hat ja vom Start weg Bewegung in den Strommarkt gebracht, Preise gesenkt, das Produkt emotionalisiert und sich das “Sparen am Strom” auf die gelben Fahnen geschrieben. Und natürlich arbeiten auch hier Menschen, die morgen noch im Web surfen wollen, ohne gleich zu verarmen.

Wenn man sich aber den ganzen (Arbeits-)Tag lang mit Strom beschäftigt, dann will man abends nicht nur entspannen und (Achtung Wortspiel!) die Akkus wieder aufladen, sondern ist freilich auch besonders sensibel für das Thema Stromfresser im eigenen Haushalt.

Stromspartipps im PDF-Format.

Praktische Tipps zum Stromsparen finden Sie auch in der kostenlosen Broschüre „99 Wege Strom zu sparen“, die unter anderem von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen herausgegeben wird.

Die Klassiker kennen Sie sowieso: Fernseher und Hifi-Anlagen im Standby-Modus, alte Kühlschränke oder Glühlampen. Aber auch die Netzteile von Halogenlampen oder Computern verbrauchen Strom, selbst wenn keine Lampe leuchtet und kein Rechner rechnet. Nicht viel. Aber das läppert sich: Bis zu 100 Euro Mehrkosten können das im Jahr bei einem Zwei-Personen-Haushalt ausmachen. Allein ein Heizstrahler (2000 Watt), wie er in dieser Jahreszeit vermehrt zum Einsatz kommt, verursacht in der Stunde Stromkosten von knapp 50 Cent. Wieder nicht viel. Aber auf eine Wintersaison hochgerechnet, entstehen so schnell Stromkosten von mehreren Hundert Euro.

Um solche heimlichen oder unheimlichen Stromschmarotzer aufzuspüren und ihnen die Nahrungsgrundlage zu entziehen, bieten immer mehr Hersteller sogenannte Energiemessgeräte an. Die versprechen, die fiesen Energieparasiten aufzuspüren und Ihnen genau zu sagen, wann und wo Sie diese ausschalten können. Eine gute Sache also. Schließlich lassen sich mit solchen elektronischen Spürhunden auch besonders ineffiziente Geräte identifizieren.

An der Stelle sei nur kurz erwähnt, dass Yello selbstverständlich auch so einen Stromsparzähler im Programm hat, mit dem sich am Computer oder per Smartphone-App direkt nachvollziehen lässt, wie viel Strom wo verbraucht wird. Übrigens ist es einer der ersten seiner Art und der einzige, der bundesweit angeboten wird. Aber genug der Eigenwerbung.

Nützliche Energiesparhelfer im Test.

In dem Zusammenhang bin ich jetzt auf eine Studie des Öko-Instituts (PDF) aufmerksam geworden. Das Institut hat Kriterien für besonders hochwertige Energiemessegeräte entwickelt, die am Ende das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ bekommen sollen.

Was die Studie aber zeigt: Die Preise solcher Energiemessgeräte variieren teils erheblich. Zumindest lassen sich die Geräte in zwei Preisklassen einteilen: solche unter 30 Euro und jene, die mehr als 40 Euro kosten. Zweitere sind allerdings deutlich seltener, haben dafür aber noch einigen Schnickschnack eingebaut, wie etwa das Speichern und Einbeziehen mehrerer Stromtarife oder den Vergleich mit CO2-Emissionen (unserer wurde dabei leider nicht berücksichtigt).

Die meisten Messapparate liegen aber zwischen 13 und 19,99 Euro.

Das hört sich zunächst gut an. Vom Preis lässt sich jedoch nicht immer auf die Qualität schließen. So stellen die Studien-Autoren fest:

Die meisten der Geräte werden von Discountern (Aldi, Rossmann, Tchibo), Baumärkten (Westfalia, Max Bahr, Praktiker, OBI) und Versandhäusern (Conrad, Reichelt, Amazon, ELV) vertrieben. Die telefonische Rückfrage bei den Herstellern ergab, dass nur sehr wenige der Geräte mit eigenen Ingenieuren selbst entwickelt werden. Dies trifft nach den Recherchen nur für die Nordwestdeutsche Zählerrevision (NZR), Conrad Electronics, eQ-3 (für ELV) und die Firma Popp (oben nicht genannt) zu. Die übrigen Vertriebsstellen verfügen über einen technischen Einkauf, der verschiedene Importgeräte (in der Regel aus Fernost) testet und dann die jeweiligen Testgeräte importiert.

Bei anschließenden Vergleichstests mit einem Präzisions-Energiemessgerät zeigte sich zudem, dass nur zwei Geräte im Bereich von unter zehn Watt (also in dem Bereich, der interessant ist, um beispielsweise Standby-Stromfresser zu identifizieren) gute Messergebnisse lieferten. Zwei Geräte ermittelten Werte, die vom tatsächlichen Stromverbrauch um bis zu 15 Prozent abwichen, zwei weitere maßen bis zu 377 Prozent daneben. Waren also völlig unbrauchbar.

Darauf sollten Sie achten.

Wenn Sie also vorhaben, sich ein solches Gerät anzuschaffen (was grundsätzlich eine gute Idee ist), dann achten Sie auf jeden Fall auf den Watt-Verbrauch, den der Stromfresserjäger überhaupt misst. Gute Messgeräte ermitteln elektrische Leistungen bereits ab 0,5 Watt. Die meisten herkömmlichen Energiemessgeräte hingegen registrieren Leistungen erst ab fünf Watt – und sind deshalb zum Aufspüren der vielen kleinen (Strom-)Mitesser ungeeignet.

Und: Natürlich verbrauchen die Energiemessgeräte selbst ebenfalls Strom. Die Blauen-Engel-Kandidaten zwar kaum mehr als zwei Watt, was vergleichsweise wenig ist, aber auch das läppert sich. Daher sollten Sie das Messgerät nach dessen Einsatz stets wieder von Netz und Steckdose trennen.

So wie generell die meisten Elektrogeräte. Denn dann wissen Sie ganz sicher, dass die keinen Strom mehr verbrauchen. Für diesen Zweck eignen sich etwa besonders gut sogenannte schaltbare Steckerleisten, die mittels Knopfdruck komplett vom Stromnetz getrennt werden können. Die kosten in Summe und für den gesamten Haushalt zwar mehr als manches Energiemessgerät, wirken aber ganz sicher nachhaltiger – vorausgesetzt, Sie vergessen nicht den Schalter zu drücken.

Wir verlosen eine Mehrfachsteckdose.

Wenn auch Sie künftig mehr Strom sparen wollen, sind wir gerne behilflich: Gleich hier und jetzt verlosen wir unter allen Kommenatoren bis 19 Uhr ein besonders schönes Exemplar einer solchen schaltbaren Steckerleiste: Die ist schwarz, hat sechs Steckdosen, die mit bis zu 3500 Watt belastbar sind und am Ende windet sich noch ein rund ein Meter langes Kabel mit einem Fußschalter samt Kontrollleuchte heraus. Ein sanfter Fußtritt genügt – und klick – sind die angeschlossenen Geräte definitiv aus. Praktisch: Vor Blitzschlägen sind Fernseher & Co. damit auch gleich geschützt.

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom und für den strategischen Auf- und Ausbau sämtlicher Social Media Kanäle des Unternehmens verantwortlich. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben. Inzwischen hat Jochen das Unternehmen wieder verlassen und bloggt heute weiter auf seinen Seiten Karrierebibel.de und Weinbilly.de.

  1. Stefan Wachter sagt:

    Energiemessgeräte sind sicher eine tolle Sache, kein Zweifel. Aber den hier beschriebenen Eigenbedarf der Geräte vergessen die meisten Hersteller und Händler in ihrer Werbung zu erwähnen! Ich besitze selbst so ein Messgerät von Conrad, der Eigenverbrauch übersteigt den Stand-by Verbrauch meines Fernsehers! Dies führt die ganzen Sparbemühungen ad absurdum. Ebenso die schaltbaren Mehrfachstecker mit beleuchteten Schaltern. Hier werden meist keine LEDs verwendet sonder normal 1-2W Kontollleuchten. Man erkauft sich also einen Mehrverbrauch unter dem Vorwand den Verbrauch zu senken. Meiner Meinung nach sollten die Verbraucher deutlich mehr über Leistungen ihrer Geräte informiert werden und vor allem ein Gefühl für Leistungen vermittelt werden. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass sich die ganz “sparsammen” Menschen, die jeden abend ihren Fernseher ausstecken um sich vor den bösen Stand-by Verbräuchen zu schützen dann einen super tollen 2000 Watt Staubsauger kaufen ohne sich bewusst zu sein, dass diese Saugleistung ja 1:1 aus der Steckdose kommt (der Wirkungsgrad sei hier mal vernachläsigt)…

  2. Stefan Wachter sagt:

    Energiemessgeräte sind sicher eine tolle Sache, kein Zweifel. Aber den hier beschriebenen Eigenbedarf der Geräte vergessen die meisten Hersteller und Händler in ihrer Werbung zu erwähnen! Ich besitze selbst so ein Messgerät von Conrad, der Eigenverbrauch übersteigt den Stand-by Verbrauch meines Fernsehers! Dies führt die ganzen Sparbemühungen ad absurdum. Ebenso die schaltbaren Mehrfachstecker mit beleuchteten Schaltern. Hier werden meist keine LEDs verwendet sonder normal 1-2W Kontollleuchten. Man erkauft sich also einen Mehrverbrauch unter dem Vorwand den Verbrauch zu senken. Meiner Meinung nach sollten die Verbraucher deutlich mehr über Leistungen ihrer Geräte informiert werden und vor allem ein Gefühl für Leistungen vermittelt werden. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass sich die ganz “sparsammen” Menschen, die jeden abend ihren Fernseher ausstecken um sich vor den bösen Stand-by Verbräuchen zu schützen dann einen super tollen 2000 Watt Staubsauger kaufen ohne sich bewusst zu sein, dass diese Saugleistung ja 1:1 aus der Steckdose kommt (der Wirkungsgrad sei hier mal vernachläsigt)…

  3. Alex Kasakow sagt:

    Hallo, sind wirklich sehr hilfreiche Tipps. Vor allem die PDF`s sind wirklich eine gute Zusammenfassung. Ich besitze selbst ein Steckdosenmessgerät mit einer Schnittstelle für die Auswertung, es hilft wirklich die Stromfresser ausfindig zu machen. Bevor aber gespart werden kann, muss man ggf. in Geräte investieren.

    Ich achte nur noch auf Geräte mit „Der Blaue Engel“, auch vorher zu informieren gehört natürlich dazu.

    Stimme da meinem Vorredner Stefan Wachter zu.

    Grüße/Alex

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Reaktionen

  1. [...] zu viel Energie verbraucht oder sogar verschwendet wird, ist das ärgerlich. Schuld sind häufig Stromfresser: Die Tiefkühltruhe im Keller, der Fernseher auf Stand-by oder die alte Glühbirne in der [...]

  2. [...] zu viel Energie verbraucht oder sogar verschwendet wird, ist das ärgerlich. Schuld sind häufig Stromfresser: Die Tiefkühltruhe im Keller, der Fernseher auf Stand-by oder die alte Glühbirne in der [...]

  3. [...] zu viel Energie verbraucht oder sogar verschwendet wird, ist das ärgerlich. Schuld sind häufig Stromfresser: Die Tiefkühltruhe im Keller, der Fernseher auf Stand-by oder die alte Glühbirne in der [...]

  4. [...] Gleiches gilt für alle Elektrogeräte im Standby-Modus: Ganz einfach geht das zum Beispiel mit abschaltbaren Steckerleisten. Stecker ziehen reicht zur Not aber [...]

  5. [...] Gleiches gilt für alle Elektrogeräte im Standby-Modus: Ganz einfach geht das zum Beispiel mit abschaltbaren Steckerleisten. Stecker ziehen reicht zur Not aber [...]